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Experten-Interview: "Schnelllader werden an Marktanteil gewinnen"

Wohin bewegt sich er Markt der Elektromobilität? Im Interview sprechen wir mit Christian Schakulat, Projektleiter Ladeinfrastruktur bei unserem Partnerunternehmen POHL-Gruppe, über aktuelle Trends und Etnwicklungen.


Frage: Herr Schakulat, 2023 war die Nachfrage nach Ladeinfrastruktur für Elektroautos sehr hoch. Wird dieser Trend anhalten?


Schakulat: Sie haben Recht, wir haben einen großen Boom erlebt, gerade im Jahresendspurt. Im Vergleich dazu merkt man nun schon eine verhaltene Lage. Man merkt bei einigen Kunden, dass fehlende Fördermöglichkeiten und die Ungewissheit, ob noch einmal wieder ein bundesweites Förderprogramm kommen wird, für Zurückhaltung sorgt.


Frage: Können Sie das konkretisieren?


Schakulat: Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen sind bei solchen Investitionen mögliche Fördergelder schon entscheidend. Bei größeren Firmen hingegen, die zudem auch das Thema Nachhaltigkeit strategisch priorisieren, ist das Interesse weiterhin groß.


Frage: Wie nehmen Sie abseits der Ladesäulen weitere Entwicklungen im Markt der Elektromobilität wahr? Gesetzlich ist es seit Jahresbeginn beispielsweise verpflichtend, dass Ladeinfrastruktur vom Netzbetreiber ansteuerbar ist.


Schakulat: Hier geht es darum, dass die Netzbetreiber die Ladekapazität reduzieren oder abschalten können sollen, wenn beispielsweise das Netz überlastet ist. Für uns ist das in der Projektierung kein Problem. Allerdings merken wir, dass die Ladesäulen-Hersteller und Netzbetreiber zum Teil noch nicht darauf vorbereitet sind.



Frage: Ein anderes Thema ist die Art der Ladesäulen. Haben Sie auch den Eindruck, dass die Nachfrage nach Schnellladern (DC) größer wird?


Schakulat: Ja. Es zeigt sich, dass bei vielen – wenn auch nicht allen - Ladevorgängen eine möglichst kurze Dauer schon relevant ist. Beim Einkaufen etwa oder auf der Autobahn-Raststätte. Anders ist es beispielsweise bei Sport- und Golfclubs oder Hotels, wo sich der Nutzer ja ohnehin länger aufhält.



Frage: Rechnen sich die deutlich teureren Schnelllader denn auch für die Betreiber?


Schakulat: Das können am Ende die Betreiber am besten beantworten. Aber ein DC-Lader liegt ganz grob im Bereich von 50.000 €, während beispielsweise vier öffentlich zugängliche  AC-Ladepunkte zusammen nicht einmal die Hälfte kosten. Wir sehen allerdings schon jetzt – und erwarten es perspektivisch noch mehr – im Markt der DC-Ladetechnik eine Reduzierung der Kosten. Dazu kommt natürlich, dass mit deutlich höheren Strommengen, die pro Zeit geladen werden, auch das Einnahmen-Potenzial deutlich höher ist. Unter dem Strich denke ich, dass vor allem die hohe Kunden-Nachfrage dafür sorgen wird, dass die Schnelllader weiter an Marktanteil gewinnen werden.


Herr Schakulat, vielen Dank für das Gespräch.


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